laptop-gc9f05514c_1920
Miriam Kost

Mein Leben als GigWorker

Ein Beispiel aus der Praxis

Das GigWorking als besonderes Arbeitsmodell ist für viele noch nicht ganz vorstellbar. Wie genau funktioniert das mit den flexiblen Jobs? Was, wenn man mehrere Jobs gleichzeitig hat? Und wie passt das vielleicht ins Lebenskonzept?

Wir haben im Moment bei GigWork einen Mitarbeiter, der das perfekte Beispiel für einen GigWorker ist und für euch ein paar Fragen zu seinem Lebens- und Arbeitsstil beantwortet. Hier das Interview, dass wir mit ihm geführt haben.

GigWork: Hallo Carlo, danke dass du dir die Zeit nimmst, um uns ein paar Fragen zu beantworten. Du hattest uns ja bereits erzählt, dass du ein ziemlich spannendes Berufsleben hast. Vorab würden unsere Leser bestimmt gerne wissen, was du jetzt im Moment beruflich so machst?

Carlo: Hey GigWork! Vielen Dank für die Einladung zum Gespräch. In der Tat, es ist Einiges los im Moment. Ich habe aktuell zwei Jobs, zunächst einmal arbeite ich für ein Jahr als Angestellter projektbasiert in der Scopevisio Group AG und bin aktuell hier bei der GigWork GmbH eingesetzt, wo ich die Produktentwicklung unterstütze. Fragen, mit denen wir uns im Moment beschäftigen, sind vor allem welche neuen Features und Updates wir in 2022 weiterentwickeln und wie wir das Nutzererlebnis für GigWorker und Kunden noch besser machen können.

Mein zweiter Job ist in einem ganz anderen Feld, nämlich im Bereich der Politikwissenschaften. Ich arbeite als Freelancer für eine politische Stiftung in Kopenhagen, die sich auf die Schnittstelle zwischen Demokratie und Technologie konzentriert, insbesondere in Bezug auf Desinformationskampagnen und Cyberangriffe. Wie wir als digitale Gesellschaft und mit fortschreitender Technologie trotzdem die Integrität unserer Demokratie bewahren können, ist hierbei unser Fokus.

GigWork: Du bist ja schon ganz schön viel rumgekommen. Magst du mal erzählen, wo du schon überall gearbeitet hast?

Carlo: Ich bin den USA geboren, in der Nähe von Washington DC. Meine Eltern sind beide deutsch und sind in ihren 20er Jahren dort hingezogen – international zu leben ist also in der familiären DNA. Als ich sechs Jahre alt war, sind wir nach Bonn gezogen, wo ich auch bis zum Abitur gelebt habe. Danach habe ich ein FSJ in Barcelona absolviert und bin dann für mein Studium nach Holland gegangen, wo ich in den letzten Jahren in Amsterdam mein Masterstudium gemacht habe. Zwischendrin hatte ich unter anderem die Chance während Praktika in Berlin und Wien zu arbeiten.

GigWork: Du arbeitest ja im Moment in einer völlig anderen Branche statt in der, deines Studiengangs. Wie kam es denn zu diesem Wechsel?

Carlo: Corona hat mir gewissermaßen einen Strich durch die Rechnung gemacht – wie so viele habe ich während der Pandemie mein Studium fertig gemacht, nur um dann keinen Job zu finden. Dann bin ich mit GigWork in Kontakt gekommen, und hab hier nun die Chance in ein ganz anderes Feld Einblick zu gewinnen, was ich jedem nur empfehlen kann. Für unsere Generation wird es sehr wichtig sein „transferable skills“ zu haben, also Fähigkeiten, die man in einer Vielzahl an Branchen anwenden kann. Die Möglichkeit, mir bei GigWork nun auch ein unternehmerisches Verständnis anzueignen, wird mir sicherlich in meiner beruflichen Zukunft weiterhelfen.

GigWork: Du kennst dich ja bereits mit dem Konzept von GigWork aus und hast dich selbst auch schon mal als GigWorker beschrieben. Was macht denn deiner Meinung nach einen typischen GigWorker aus?

Carlo: Ein typischer GigWorker ist motiviert, neue Sachen auszutesten, gerade in Bezug auf den Job. Das Verlangen nach Flexibilität ist für GigWorker auch wichtig. Neben dem Studium einen Job zu haben oder sogar zwei GigJobs parallel ausüben, ist für GigWorker kein Schreckensszenario, sondern vielmehr ein Zeichen für ein abwechslungsreiches Leben.

GigWork: Du scheinst sehr zufrieden mit deiner aktuellen Jobsituation zu sein. Für viele klingt ein solcher Lifestyle aber wahrscheinlich auf den ersten Blick ‚unsicher‘. Was würdest du ihnen raten?

Carlo: Solange das Fundament gegeben ist, also eine Ausbildung oder Studium abgeschlossen ist, werden wir alle früher oder später eine Anstellung bekommen. Gerade, da wir im Moment einen hohen Fachkräftemangel haben und uns in einem sogenannten Arbeitnehmermarkt bewegen, ist die Notwendigkeit für Arbeitnehmer einen unbefristeten Festanstellungsvertrag zu haben, nicht mehr unbedingt gegeben. Außerdem kann man auch mit einem Gig Planungssicherheit haben, man muss sich ja nicht Woche für Woche einen neuen Job suchen, sondern kann als GigWorker auch länger bei einem bestimmten Arbeitgeber bleiben.

GigWork: Und wie siehts mit den klassischen beruflichen Zukunftsängsten aus, wenn du ‚nur‘ befristet Arbeitsverträge hast?

Carlo: Ich bin aktuell 26 Jahre alt, hab auch noch keine Familie, oder ein Haus, das abgezahlt werden muss. Daher ist für mich die Flexibilität wichtiger und die fehlende langfristige Sicherheit durch befristete Verträge auszuhalten. Klar, dies wird nicht für immer gehen, aber da komm ich auf meinen Punkt von vorhin zurück – wenn die Ausbildung da ist, werden wir alle den passenden Job finden. Und sobald bei mir die Notwendigkeit da ist, werde ich mir einen langfristigeren Job suchen.

GigWork ist ein Modell, dass zu bestimmten Lebensphasen und -situationen wunderbar passt. Natürlich gibt es auch andere Situationen, in denen man etwas mehr Sicherheit benötigt, dann braucht man auch einen langfristigeren Arbeitsvertrag.

GigWork: Mehrere Jobs nebeneinander klingt ziemlich spannend, aber auch anstrengend. Lassen die Arbeitszeiten und der Umfang sich immer miteinander vereinbaren oder wird es auch mal zu viel?

Carlo: Modernes Arbeiten ermöglicht Flexibilität für Arbeitnehmer:innen, dies ist auch richtig so. Jedoch muss man selbst eine gewisse Struktur, effektives Zeitmanagement und transparente Kommunikation einbringen, damit sowohl man selbst sowie auch die Vorgesetzten mit der Arbeit zufrieden sind. Zwei oder sogar mehr Jobs gleichzeitig zu jonglieren ist möglich, bedarf aber guter Planung und effektiver Umsetzung. Wenn dies gegeben ist, stehen dir als Arbeitnehmer:in alle Türen offen, um flexibel und mit größtmöglicher Freiheit zu arbeiten.

GigWork: Und wie siehts mit deiner Freizeit aus? Gelingt dir mit zwei Jobs eine vernünftige Work-Life-Balance oder ist es im Moment eher eine Work-Work-Balance?

Carlo: Ich nehme mir immer noch genug Zeit, um mich zu regenerieren. Eine Auszeit vom Job ist ungemein wichtig, um Körper und Geist fit zu halten. Klar, ab und zu kann es etwas anstrengend werden, aber ich bin ja auch noch jung, da kann man etwas weniger Schlaf ab und zu aushalten. Glücklicherweise verlangen meine Arbeitgeber nicht, dass ich außerhalb der Arbeitszeiten auf E-Mails antworte, auch wenn ich dies natürlich bei Bedarf mache. Und die Wochenenden sind frei – spätestens dann kommt die Erholung.

GigWork: Die meisten Menschen gehen davon aus, irgendwann in einem klassischem 9 to 5 Bürojob zu arbeiten. War das bei dir früher auch so, oder hattest du da schon immer andere Ziele im Blick?

Carlo: Ich bin in einem Umfeld aufgewachsen, wo der klassische 9 to 5 Job nicht als Ideal angesehen wurde. Auch für mich persönlich, ob in der Schule oder im Sport, war es schon immer in meiner Natur mehr reinzustecken als notwendig war. Gleiches gilt auch für den Job. Das Wichtigste ist, dass man etwas macht, was man idealerweise liebt, worin man einen Sinn sieht und wo man gerne jeden Morgen aufsteht, um sich an die Arbeit zu setzen. Wenn man einen Job findet, bei dem dies der Fall ist, wird die Anstellung ganz schnell mehr als nur 9 to 5.

GigWork: Wenn du so an die vergangenen Jahre zurückdenkst, gibt es da aus beruflicher Sicht etwas, was du bereust? Verpasste Chance oder ungenutztes Potential?

Carlo: Bisher noch nicht. Aber wie gesagt, ich bin ja auch erst 1 Jahr im richtigen Berufsleben, davor waren es nur Praktika. Noch habe ich nichts bereut, hoffen wir, dass es dabei bleibt.

GigWork: Zum Schluss noch die Frage nach deinen Zukunftsplänen: Kannst du dir vorstellen, noch lange als GigWorker zu arbeiten oder sehnst du dich nach mehr Planungssicherheit?

Carlo: Aktuell schätze ich die Flexibilität, die ein GigJob mit sich bringt. Ich bin mir sicher, dass irgendwann der Zeitpunkt kommen wird, wo auch ich einen unbefristeten Vertrag haben möchte, aber bis dahin, kann ich jedem empfehlen dem GigWorking eine Chance zu geben.

GigWork: Super, wir danken dir für den Einblick, den du uns und den Lesern gegeben hast. Für deine berufliche Zukunft wünschen wir dir alles Gute und hoffen natürlich, dass du uns als GigWorker noch länger erhalten bleibst 😊
Werkstudent
Miriam Kost

Werkstudent - Was ist das eigentlich?

Den Ausdruck ‚Werkstudent‘ liest man heute immer häufiger in Stellenausschreibungen. Aber wie wird man eigentlich zum Werkstudent und worauf muss man dabei achten?

Wie das Wort selbst schon ausdrückt, geht es hierbei um eine Anstellungsform für Studierende. Hierbei handelt es sich meist um junge Erwachsene, die neben ihrem Studium an einer Universität oder Hochschule noch einer Erwerbstätigkeit nachgehen um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen oder Praxiserfahrung zu sammeln.

Bei einer Tätigkeit als Werkstudent handelt es sich meist um als eine geringfügige Beschäftigung. Im Gegensatz zu typischen Studentenjobs wie Kellnern oder Kassieren existiert zudem oft eine inhaltliche Nähe zum späteren Beruf.

Werkstudent oder studentische Hilfskraft?

Von gängigen Studentenjobs, die oft auf Minijob-Basis sind, unterscheidet sich eine Tätigkeit als Werkstudent durch eine fachliche Nähe zum Studium. Dadurch wird das Ziel des Studiums durch den Erwerb praktischer Kenntnisse und Fähigkeiten noch stärker gefördert.

Eine studentische Aushilfe hat meist Aufgaben, die bereits eine fachliche Nähe zum Studium haben, aber noch nicht mit so viel Verantwortung. Arbeitet man an einer Hochschule ist man bei diesen Jobs dann häufig eine sogenannte studentische Hilfskraft. 

Als Werkstudent geht der Job noch einen Schritt weiter. Man ist zwar noch im Studium, aber bereits in Teilzeit voll in die fachlichen Themen des Unternehmens eingebunden und trägt bereits Verantwortung. Oft ist dies ein guter Einstieg in die Berufswelt nach dem Studium. 

Alle Vorteile auf einen Blick:

Der Status als Werkstudent hat viele Vorteile, sowohl für den Studierenden als auch für das Unternehmen. Das sogenannte Werkstudentenprivileg ist wohl einer der größten Vorteile. Werkstudenten haben mehr Netto vom Brutto, denn sie sind von den Abgaben für die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung befreit. Das gilt unabhängig von der Höhe ihres Gehaltes. Es folgen die 3 größten Vorteile, die man als Werkstudent hat:

1. Praxiserfahrung sammeln

In den meisten regulären Studienfächern ist Praxiserfahrung lediglich in Form von ein bis zwei mehrwöchigen Praktika vorgesehen. Werkstudenten hingegen sammeln wertvolle Praxiserfahrung. Somit haben sie in späteren Bewerbungsprozessen einen Vorteil anderen Kandidaten gegenüber, denen diese Erfahrung noch fehlt. Gleichzeitig kann der Job für die bereits erwähnten Pflichtpraktika angerechnet werden.

2. Orientierung und Erfahrung sammeln

Viele Studenten schließen ihr Studium ab, ohne so recht zu wissen, wie es danach weiter gehen soll. Als Werkstudent hat man bereits einen Fuß in der Arbeitswelt und weiß im Zweifel ‚wo der Hase lag läuft‘. Du fällst also nicht ins kalte Wasser.

3. Abschlussarbeit im Unternehmen schreiben

Oft erhalten Werkstudenten die Möglichkeit, ihre Abschlussarbeit direkt beim Unternehmen zu schreiben. Die Themen können sich dabei aus dem Job ergeben und gemeinsam mit Betreuer und Arbeitgeber abgesprochen werden. Somit hat man gleich mehrere Ansprechpartner, kann den Werkstudentenjob mit der Abschlussarbeit verbinden und an einem praxisrelevanten Thema arbeiten.

Was verdienen Werkstudenten?

Es lässt sich keine pauschale Aussage zu den Gehältern von Werkstudenten machen, denn dies variiert zwischen den verschiedenen Arbeitgebern, Tätigkeiten und Branchen. Es lässt sich jedoch sagen, dass ein Anspruch auf den Mindestlohn besteht. Dieser liegt seit diesem Jahr (2021) bei 9,50 Euro brutto pro Stunde. Bei voller Stundenzahl liegt das Gehalt eines Werkstudenten somit bei mindesten 760 Euro brutto.

Werkstudent werden – das musst du beachten:

  • Offiziell eingeschrieben an einer Hochschule/ Universität
  • Rentenversicherungspflichtig
  • Maximale Arbeitszeit von 20 Stunden pro Woche während der Vorlesungszeit 
  • Regemäßig Überbringung eines Immatrikulationsnachweises an den Arbeitgeber
  • Selbstständige Krankenversicherung, ab einem Gehalt von 450 Euro pro Monat

Neben dieser Definition gibt es allerdings auch Abweichungen, insbesondere dann, wenn die Arbeitszeit neben dem Studium mehr als die maximal 20 Stunden pro Woche während der Vorlesungszeit beträgt. Teilweise erhöht sich die Arbeitszeit außerhalb der Vorlesungszeiten auf ein Vollzeitniveau.

Beim Thema Steuerpflicht ist zu beachten, dass auch Werkstudenten steuerpflichtig sind. Jedoch gilt bisher ein Steuerfreibetrag von bis zu 9.744 Euro (2021). Bleibst du mit deinem jährlichen Gehalt also unter dieser Grenze, bist du von der Einkommenssteuer befreit.