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15.11.19

GigWorker gewinnen – aber wie?

 

8 do‘s and don’ts bei der digitalen Alternative zur Zeitarbeit.

6 Monate nach Markteintritt ist GigWork im Gesundheitsbereich verbreitet bekannt. Zeit, um die ersten Vermittlungen einer kritischen Überprüfung zu unterziehen. Zeit auch, um genauer hinzuschauen, warum es das eine oder andere Mal nicht geklappt hat.

Die digitale Matching Plattform verspricht Bewerbern Freiheit und Fairness. GigWorker posten, wann sie arbeiten und wieviel sie verdienen wollen. Krankenhaeuser koennen sich bei Ihnen bewerben und bieten als Ausgleich für Flexibilität und Befristung oft eine höhere Vergütung. Umgekehrt besteht auch die Möglichkeit der klassischen Bewerbung auf Stellenanzeigen für befristete Anstellungen, die „GigJobs“, die es Krankenhäusern ermöglichen temporäre Vakanzen anstelle mit Zeitarbeit günstiger durch befristete Angestellte zu überbrücken, die „GigWorker“. Kommen beide zusammen, schließen Sie einen befristeten Anstellungsvertrag, einen „Gig“. Das kommt aus dem „Bühnenenglisch“: Gig = Auftritt.

GigWorker arbeiten wie Freelancer mit der Technik befristeter Anstellungsverhältnisse – alte Regeln für die neue Welt der Arbeit. Doch die Freiheit hat auch eine Kehrseite. Wie Freelancer müssen sich die GigWorker um ihren nächsten „Auftrag“, ihren naechsten Gig intensiv kümmern. Viele sind es nicht gewohnt, bei den Personalabteilungen oder Pflegedienstleitungen nachzufragen. Und umgekehrt sind die Krankenhäuser nicht daran gewöhnt, mit Bewerbern in Kontakt zu treten, die Unternehmer-ähnliche Motivation haben. GigWorker nehmen schnell einen anderen Job an, wenn die Nachfrage da ist. Und schon gar nicht sind sie es die Krankenhäuser gewohnt, sich bei den GigWorkern zu bewerben und das auch noch schnell. „First come first serve“ heißt die Devise und das fordert so manchen Personalbereich heraus. Andere sind weiter, versprechen Rückruf binnen weniger Stunden oder eines Tages. Bei großen Personalbereichen geht dies oft unter, die Pflegedienstleitung ist in der Regel näher dran. Sie hat ja selbst den Bedarf.

Identifikation beschleunigt. In einzelnen Fällen registriert sich sogar der Geschäftsführer persönlich, um die Wirksamkeit der Plattform zu testen. Dann geht es schnell. Achim Neyer beispielsweise, Geschäftsführer des Gesundheitszentrums Rüsselsheim, rief selber bei GigWork an, schloss binnen Minuten einen Vertrag und registrierte sich persönlich. Binnen 2 Stunden hatte er die ersten drei Bewerbungen. Bei den Kliniken Köln war es ähnlich. Aber nicht immer läuft es gut.

 

Praxis-Tips der GigWorker an die Krankenhäuser:

  • Schnelle Reaktion nach Eingang der Bewerbung
     
  • Schnelles Feedback nach Hospitation oder Vorstellungsgespräch
     
  • Kein persönlicher Termin für die Vertragsunterzeichnung. GigWorker vereinbaren wechselnde Anstellungsverträge und kommen nicht für jeden Vertrag ins Haus, wenn sie vorher bereits zum Vorstellungsgespräch vor Ort waren. Tip: Vertragsabschluss nach Abschluss des Vorstellungsgesprächs und Regelungsabrede hierzu
     
  • Wohnraum: GigWorker freuen sich wie Zeitarbeiter über angemessenen Wohnraum. Wer hierüber verfügt, kann Vergütungsmodelle noch im oberen tariflichen Bereich realisieren. 
     
  • Korrekte und transparente Gehaltsabrechnung: Wer die Gehaltszahlung als Hauptleistungspflicht nicht perfekt erbringt, wird für einen erneuten Einsatz in der Regel nicht in Betracht kommen – und das spricht sich herum!
     
  • Ein Ansprechpartner für den GigWorker, der im Dickicht der Verwaltung hilft.
     
  • Schnelle Versendung des Zeugnisses nach Gig-Ende. GigWorker motiviert eine gute Bewertung als Grundlage für spätere Einsätze. Das steigert ihren Marktwert.


     

Ausblick & Chance:

Anders als Zeitarbeiter erleben GigWorker die Krankenhäuser nicht nur aus der Perspektive des Einsatzes vor Ort, sondern auch als Arbeitgeber. Hier können die Krankenhäuser Fehler machen, die sich schnell herumsprechen. GigWorker tauschen sich aus. Sie können aber auch punkten. Wer auch als Arbeitgeber überzeugt, kommt für einen erneuten Einsatz ggf. auch für längere Zeit in Betracht. Und ein GigWorker, der eigentlich nie wieder in eine feste Anstellung zurückkehren wollte, interessiert sich nun wieder fuer ein unbefristetes Anstellungsverhältnis mit einer Uniklinik.

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