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1.5.19

Fachkräftemangel: Deutschlands stille Bewerberreserven aktivieren

 

Bonner Start-up GigWork baut Airbnb für Jobs auf

• GigWork vermittelt zur Überbrückung von Personalengpässen ausschließlich befristete Direktanstellungen.

• Für Unternehmen günstiger als Zeitarbeit bei höheren Löhnen für die Beschäftigten.

• NRW-Minister Prof. Dr. Pinkwart: „GigWork hat das Potenzial für eine arbeitsmarktpolitische Revolution.“

 

GigWork vermittelt kurze Jobs in der Pflege, Gastronomie und Hotellerie

Lange war Zeitarbeit für Unternehmen das Mittel der Wahl, wenn es um kurzfristig auftretende Auftragsspitzen oder Personalengpässe ging. Heute können Unternehmen ihre Personalengpässe selbst mit Zeitarbeit nicht mehr verlässlich kompensieren. Zudem ist Arbeitnehmerüberlassung, gerade für Unternehmen des Gesundheits- und Medizinbereichs, in den vergangenen Jahren immer teurer geworden.

Nicolai Kranz, Geschäftsführer und Gründer von GigWork, will dieses Problem lösen. GigWork Bonn ist eine deutschlandweit einzigartige digitale Plattform, die gezielt Mitarbeiter/innen für eine befristete Festanstellung vermittelt. Dabei funktioniert GigWork ähnlich wie Airbnb – nur, dass Menschen hier nicht ihre Wohnung, sondern ihre Arbeitskraft für einen bestimmten Zeitraum (GigJob) zur Verfügung stellen. GigWork ist die erste deutsche Onlineplattform für befristete Beschäftigungsverhältnisse, die Angebot und Nachfrage komfortabel zusammenbringt und dadurch eine interessante Alternative zur Zeitarbeit bietet.

 

New Work via GigWork – eine Win-win-Situation für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Die Vorteile für Arbeitgeber liegen auf der Hand: erheblich geringere Kosten im Vergleich zur Zeitarbeit, Unabhängigkeit von Personaldienstleistern sowie die Ansprache neuer Bewerberzielgruppen, für die Zeitarbeit – aus welchen Gründen auch immer – keine Option ist. Arbeitnehmer profitieren von einer zeitlich befristeten Festanstellung bei dem Unternehmen, in dem sie arbeiten, und von einem höheren Lohn, den Arbeitgeber GigJobbern im Vergleich zur Stammbelegschaft als Ausgleich für ihre Flexibilität und ihr Risiko zahlen (GigBonus).

 

GigWork startet in der Gesundheits- und Medizinbranche

Die Plattform startete zunächst im Gesundheits- und Medizinbereich und spricht unter anderem Ärzte und Pflegekräfte an. „Über GigWork suchen bereits diverse Kliniken kurzfristige Unterstützung in Form von OP-Assistenten, Krankenpflegern oder auch studentischen Aushilfskräften für eine Anstellungsdauer zwischen einem und sechs Monaten, wobei auch kürzere oder längere Jobs über GigWork abbildbar sind“, so Kranz.

 

In den USA setzen Gig-Work-Plattformen schon mehr als eine Milliarde Euro um

Ähnliche Plattformen gibt es bereits im angloamerikanischen Raum: Upwork beispielsweise generiert über die Vermittlung von Freelancern in den USA einen Umsatz von mehr als 1 Mrd. Euro. Und in Großbritannien arbeiten über eine Million Menschen ausschließlich via GigJobs. GigWork, wie es in jetzt in Deutschland zum Einsatz kommen soll, unterscheidet sich von den englischsprachigen Beispielen dadurch, dass keine Freelancer, sondern ausschließlich befristete Anstellungsverhältnisse vermittelt werden – auch, um das Risiko der Scheinselbstständigkeit auszuschließen und die Sozialversicherung zu stärken. Über GigWork vermittelte Mitarbeiter/innen sind auch keine Zeitarbeiter/innen, sie werden nicht entliehen, sondern beim Arbeitgeber befristet angestellt. Die Verantwortung für Qualifikation, Dokumentation und bedarfsgerechte Zuordnung liegt, wie bei jedem Anstellungs-verhältnis, beim Arbeitgeber.

 

Erhebliche Kosteneinsparungen und höhere Löhne gegenüber der Zeitarbeit möglich

Die mögliche Kostenersparnis liegt zwischen 30 und 50 Prozent gegenüber der klassischen Zeitarbeit. Arbeitnehmer können mit ihren Arbeitgebern einen um 20 bis 40 Prozent höheren Stundenlohn vereinbaren. Auf Wunsch sollen die Personalabteilungen durch GigWork zudem auch mittels Musterarbeitsverträgen, einer Arbeitsrechthotline zur Prüfung von Befristungsgründen und im Bereich Payrollabwicklung entlastet werden.

 

NRW-Minister Pinkwart: „Potenzial für eine arbeitsmarktpolitische Revolution“

Gewerkschaften befürchteten zunächst, dass über GigWork prekären Beschäftigungsverhältnissen Vorschub geleistet wird, begrüßten aber die Stärkung der Direktanstellung, was der Onlineplattform auch politische Unterstützung einbringt. So testierte zum Beispiel der nordrhein-westfälische Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, Prof. Dr. Andreas Pinkwart, GigWork das „Potenzial für eine arbeitsmarktpolitische Revolution“.

Der verstorbene Paracelsus- und frühere Sana-Chef Prof. Michael Philippi sah in GigWork zudem eine vielversprechende Möglichkeit, „Pflegekräfte zu reaktivieren, die sich aus ihrem Beruf verabschiedet haben“. Das gelingt, weil GigWork als Plattform zur Verteilung von Arbeitskraft fungiert, auf der Bewerber vollständig frei entscheiden können, für wen sie wann, wo, wie lange und zu welchen Konditionen arbeiten möchten.

 

Selbstbestimmtes Arbeiten – nicht mehr nur für Freelancer oder Zeitarbeiter

„Mit unserem Start-up möchten wir nicht nur Personalengpässe in Unternehmen schließen, sondern letztlich eine neue, flexible Form der Arbeit schaffen. Selbstbestimmtheit gibt es nun nicht mehr nur für Freelancer oder Zeitarbeiter, sondern mit GigWork auch für Angestellte. Die Zukunft der Jobvermittlung ist digital. GigWork ermöglicht Menschen, die beruflich außerhalb der klassischen Vollzeitbeschäftigung agieren, genauso wie Arbeitsuchenden eine Teilhabe am Arbeitsleben, Sicherheit und Wahlfreiheit“, erklärt Kranz.

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